Social Dog Walks

Bei einem Social Dog Walk handelt es sich um einen Trainingsspaziergang in einer Gruppe von Halter*innen und Hunden.

 

Während des Spazierganges (der zwischen 60-120 Minuten dauert) werden alle Hunde an der Leine geführt. Dabei lernt der Hund, dass er nicht immer „vertreiben“, sich zurückziehen oder etwas im Auge behalten muss. Dieser Effekt wird unter anderem durch unterschiedliche Distanzabstände zu den anderen Teams der Gruppe erreicht.

 

Der Unterschied zu einem „herkömmlichen“ Spaziergang ist die Stille und achtsame Fortbewegung des Teams, bei dem die Hunde und ihre Interaktionen beobachtet werden und wenn nötig, nur behutsame Korrekturen, die möglichst nonverbal erfolgen, wie bspw. das leise Ausbremsen an der Leine, erfolgen. Eine gegenseitige Rücksichtnahme unter den Teams ist dabei ein weiterer wichtiger Aspekt, denn es gilt immer die Mindestdistanz zum jeweils anderen Team einzuhalten, damit niemand überfordert wird - weder Hund noch Halter*in.

Die Halter*innen achten darauf, dass der Spaziergang so gestaltet wird, dass alle Hunde ungestört bleiben und sich dabei stets sicher und wohl fühlen können. So hat der Hund die Gelegenheit, sein eigenes Tempo zu bestimmen, eigene Signale und Strategien zu testen und sich ihrer bevorzugten Wege zu bedienen.

 

Die Form des minimalistischen Lernspazierganges ist bestens dafür geeignet, dass sich jedes Team auf sich selbst fokussiert. Das „Nichts-Tun“ (weder verbale Interaktion noch andere Aktionen) beim Spaziergang mit dem Hund ist für uns Menschen sehr ungewohnt und entzieht uns manchmal ein bisschen das Gefühl der Kontrolle. Es erfordert also eine gewisse Impulskontrolle, Konzentration und gutes Beobachten der Halter*in. Für die Hunde ist der Spaziergang ebenfalls anstrengender als wir denken, denn es kann ganz schön herausfordernd sein, auf sich selbst zu achten und für einige nicht wie gewohnt, z.B. auf die Anwesenheit anderer Hunde etc. zu reagieren.

 

Deshalb bitte unbedingt darauf achten, dass mit zunehmender Ermüdungserscheinung des Hundes oder auch Stressanzeichen mehr Abstand zu den anderen gehalten wird. Das ist häufig zum Ende des Spazierganges der Fall.

 

Somit kann der Social Dog Walk viel Positives bewirken und neue Erkenntnisse für Mensch und Hund bringen.

 

Für wen und welche Hunde ist der Social Dog Walk geeignet?

Generell kann man sagen, dass der Spaziergang für alle Hunde geeignet ist, denn er schadet tatsächlich niemandem.

Besonders geeignet ist er für...

  • sozial unsichere oder ungeübte Hunde

  • Hunde, die gegenüber anderen Hunden unverträglich oder leinenaggressiv sind

  • Hunde, denen es schwerfällt, sich zurückzunehmen oder sich zu entspannen

  • Hunde, die den Anblick anderer Artgenossen generell mit Spiel und Spaß verknüpfen.

 

Für alle Hundetypen gilt es bei dieser Art des Spazierganges, spezielle Erfahrungen zu sammeln, z.B. wie man sich in Anwesenheit anderer Hunde/ und oder Menschen entspannen kann, sich adäquat verhält und sich u.U. mit anderen Dingen beschäftigt – alles in allem ein Alternativverhalten zu zeigen.

 

Was lernen die Hunde im Einzelnen:

  • Sich in der Anwesenheit von anderen Hunden auch wieder mit der Umwelt zu beschäftigen und Umwelterkundungen zu zeigen

  • Artgenossen in ihrem Umfeld zu ertragen und nicht als bedrohlich zum empfinden

  • Sich ohne Druck mit anderen Hunden auseinanderzusetzen, sie zu beobachten, die Geruchsspuren zu untersuchen und sich dabei eigenständig zu entspannen

  • Ihre Kommunikation (wieder) voll einsatzfähig zu machen und gleichzeitig die der anderen zu lesen

  • Sich den anderen gegenüber freundlich und höflich zu nähern und eigenständig die vom Anderen benötigten Individualdistanz einzuhalten.

 

Gibt es Voraussetzung für die Teilnahme am Social Dog Walk?

Ihr solltet schon ein bisschen Leinenhandling bei kleinen Herausforderungen haben und ein feines Ausbremsen an der Leine sollte möglich sein. Außerdem solltet ihr euch ein wenig zurücknehmen können, um eure Hunde zu beobachten und ihnen ein Stück weit Entscheidungsfreiheit zu geben.

Ein Laufmuster oder bspw. das Schlendern habt Ihr schon etwas geübt, sodass ihr über diese einfachen Elemente das Erkundungsverhalten eurer Hunde stimulieren könnt.

Sollte euer Hund sehr unberechenbar im Umgang mit anderen Hunden oder auch Menschen sein, ist es sinnvoll, ihm für den Fall der Fälle einen Maulkorb aufzusetzen, der gut sitzt und den er nicht selbst entfernen kann. Selbstverständlich setzt das voraus, dass das Maulkorbtraining bereits vor dem Spaziergang zuverlässig abgeschlossen ist.

 

Wie starten wir den Spaziergang

Hier ist es zu Beginn wichtig, falls es die Parkplatzsituation erlaubt, die Hunde noch kurz im Auto zu lassen, wenn wir uns besprechen. Sollte dies nicht möglich sein, weil kein Parkplatz vorhanden ist oder andere Verkehrsmittel genutzt werden, bitte ich ALLE, auf ausreichenden Abstand im Gesprächskreis zu achten und die Hunde unbedingt neben sich oder auch hinter sich zu platzieren. Die Hunde haben keinen Kontakt an der Leine.

 

Wir besprechen uns kurz, mit welchen Handzeichen/Signalen wir uns verständigen, um andere Teilnehmer aufmerksam zu machen, dass der eigene Hund z.B. gerade eine größere Distanz braucht etc. Selbstverständlich versteht sich, dass keine Leckerchen an andere Hunde verteilt werden und auch ansonsten sollte mit der Belohnung des eigenen Hundes sorgsam und minimalistisch umgegangen werden.

Aber natürlich könnt ihr ihn, wenn nicht anders machbar, euren Hund auch aus schwierigen Situationen mit Leckerchen herausholen.

Weiterhin habt ihr die Möglichkeit, eure Marker-Worte, Klicker oder Schnalzzeichen einzusetzen, wenn es nötig ist.

 

Ob ihr ein Geschirr oder ein Halsband verwendet, bleibt euch natürlich selbst überlassen, Wichtig ist nur, dass es für den Hund bequem sitzt und ausreichend Schutz bietet. Die Leine sollte keinesfalls länger als 2 Meter sein. Flexi-Leinen sind nicht gestattet!

 

Zunächst wird bestimmt, in welcher Reihenfolge die Mensch-Hunde-Teams gehen. Dies kann im Laufe des Spazierganges wechseln. Ich werde Euch während des gesamten Spazierganges zur Seite stehen und von einem Team zum anderen wechseln.

 

Warum ist der Hund beim Spaziergang angeleint?

Um allen Teams – also Menschen und Hunden – die Möglichkeit zu geben, entspannt zu lernen und Zwischenfälle zu vermeiden, denn die Leine gibt Sicherheit. Sie schafft dafür den Rahmen, genauso wie die passenden Abstände – und eine häufige Interaktion mit den anderen Teams ist bei dieser Form des Spazierganges kontraproduktiv.

 

Was lernt der Mensch?

  • Die Körpersprache des eigenen Hundes besser zu lesen

  • Zu erkennen, wovon Erfolg in einer Hundebegegnung abhängig ist

  • Sich selbst zu entspannen, wenn andere Hunde anwesend sind

  • Dem eigenen Hund und seinem Wissen zu vertrauen

  • Dem Hund ein Stück weit die Kontrolle zurückzugeben

  • Sich selbst auch mal zurücknehmen zu können.

 

Generell ersetzt der Social Dog Walk kein Einzeltraining. Er ist aber als zusätzliche Unterstützung hervorragend geeignet. Auch als Training zwischendurch eignet er sich sehr gut.

 

Das Ende des Social Dog Walks ist der Ausgangspunkt des Spazierganges

 

Hier treffen wir uns noch einmal gemeinsam, um evtl. Fragen oder Punkte noch zu klären. Auch hier gilt, wie schon beim Start, dass die Hunde weiterhin an der Leine sind, neben oder hinter euch platziert werden oder evtl. vorher ins Auto gebracht werden. Ein direkter Hundekontakt findet auch hier bitte nicht statt und die Abstände werden weiterhin eingehalten.

Generell biete ich den Social Dog Walk an allen möglichen Orten an, ob im Park, im Wald, in der Stadt oder auch im Dunkeln. Hier dann bitte zusätzlich darauf achten, dass euer Hund „ausgeleuchtet“ ist.